Nachbericht: Zusammenhalt im Kleinen für Stabilität im Großen

ZUSAMMENHALT IM KLEINEN FÜR STABILITÄT IM GROSSEN
Lösungsansätze für ein gutes Leben bei der steigenden Komplexität in der Welt

Duschl Ingenieure-Vortragsreihe-Nachbericht

Referenten
Hanjo Achatzi, wirschaftneudenken
Urban Vogel, Samarita Solidargemeinschaft
Matthias Schlessmann, Biowelt Schlessmann / Zukunftslabor BODAN
Johannes Klingelstein, Demeter-Gärtnerei Obergrashof
Andreas Duschl, Duschl Ingenieure

Die Jahresauftaktveranstaltung der Duschl Ingenieure-Vortragsreihe hat einen Blick auf Initiativen einzelner Personen und kleinerer Gruppen gerichtet, die durch ihre Individualität und Kreativität Lösungen im Kleinen auftun und so mit den Menschen in ihrem direkten Umfeld nachhaltige Lösungen umsetzen – dadurch kann neue Kraft entstehen.
Warum ist das so wertvoll? Die Welt ist schnelllebig und wird immer komplexer, tragfähige Strukturen im Kleinen scheinen sich aufzulösen.

Die DI-Vortragreihe geht bereits in ihr 21. Jahr als Plattform für Vorträge unterschiedlicher Themenrichtungen, Austausch und Diskussion. Andreas Duschl hat zur Einleitung ein neues Format für die Januar-Veranstaltung 2020 vorgestellt. Eine kurze „Aufwärm-Phase“ bildeten knackige Impulse der Referenten, in denen sie ihre Initiativen vorstellten. Dann waren in mehreren „Open-Spaces“ alle gemeinsam aktiv.

Hanjo Achatzi, der die Duschl Ingenieure schon seit vielen Jahren beratend begleitet, hat die Grundidee für das Thema des Nachmittags erläutert. Einige Studenten der TU München hatten sich bereits Mitte der 80er Jahre die Frage gestellt „wie eine Zukunft aussieht, in der wir aus eigener Initiative selbst gestalten können“. Es besteht die Möglichkeit die Rahmenbedingungen für unser Leben regional bzw. lokal zu setzen, dabei ist Initiative und Ausdauer gefragt, um die Ideen entfalten zu lassen.

Im Gesundheitswesen ist die Samarita Solidargemeinschaft e.V. schon seit über 20 Jahren erfolgreich aktiv. Sie widmet sich einer stabilen Form der Krankenabsicherung. Laut Urban Vogel, Vorstand der Samarita, ist die Grundidee, das Thema Gesundheit von Gewinnerzielung oder Gewinnmaximierung zu befreien. Das Zentrum des Interesses ist der Erkrankte, dem genau diejenige Unterstützung zuteil wird, die je nach Einzelfall und Bedürfnissen erforderlich ist.
Wie ernähren wir uns und woher beziehen wir unsere Lebensmittel? Johannes Klingelstein von der Demeter-Gärtnerei Obergrashof in Dachau regt an über diese Frage nachzudenken. In einer hoch-zivilisierten Welt wie unserer, ist immer alles verfügbar und das jederzeit. Die Jahreszeiten haben früher den Speiseplan vorgegeben, heute ist der Absatz der Lebensmittel anonymer, doch wichtig wäre es, hier wieder Bindungen herzustellen und Beziehungen zu den Erzeugern aufzubauen.
An diesen Gedanken knüpft Matthias Schlessmann von der Biowelt Schlessmann an. Ursprünglich im Konsumgütermarketing beschäftigt, hat Matthias Schlessmann vor vier Jahren den Bio-Laden im Münchener Süden eröffnet. Eine Anlaufstelle für Nachhaltigkeit, ein Treffpunkt für Nachbarn, aus dem Zusammenhalt entsteht und so auch das Überleben des Unternehmens gesichert wird.

Um im Anschluss an die Vorträge in den OpenSpaces weiter zu „spinnen“, wurden gemeinsam mit dem Auditorium sechs Fragestellungen zur „Zusammenhalt im Kleinen“ herausgearbeitet. Wo und wie können wir uns durch Zusammenwirken gegenseitig stärken, wie unseren Beitrag leisten, was brennt uns auf der Seele? Die Themen waren: Kommunikation, Vertrauen, Obergrashof, Problemlöser, Mobilität und Geld/Chiemgauer.
Jeder der Anwesenden schloss sich einer der sechs Gruppen an. Eine halbe Stunde lang wurde rege diskutiert, nachgefragt, Ideen gesammelt und neue Anregungen aufgenommen.  Die einzelnen Gruppen stellten stolz zum Abschluss ihre Ergebnisse allen Besuchern vor.
„OpenSpace“ bei Duschl Ingenieure: ein toller, inspirierender Nachmittag; ein großer Dank an die offenen, unterstützenden und neugierigen Gäste.

 

Nächster Termin unserer Vortragsreihe: 06.02.2020
„Das Klimapaket und seine Folgen“