Subsidiarität – Leben und Arbeiten im Wandel

Subsidiarität – Leben und Arbeiten im Wandel
Duschl Ingenieure – Vortragsreihe – Nachbericht

Referenten:
Herr Hanjo Achatzi
Herr Christian Gelleri
Herr Urban Vogel
Herr Andreas Duschl

Foto v.l.n.r. Andreas Duschl, Hanja Achatzi, Urban Vogel, Christian Gelleri

Die Idee der Subsidiarität ist ein Schlüssel zu Freiheit und Gestaltung durch jeden Menschen.
An dem Vortragsnachmittag im Januar nähern sich die Referenten mit unterschiedlichen Aspekten dem Thema. Hanjo Achatzi moderiert das Treffen und betrachtet Subsidiarität im Sinne seiner Initiative «Wirtschaft neu denken» als den Mut, die Gestaltung der Gesellschaft in die eigenen Hände zu nehmen.

Andreas Duschl charakterisiert das Prinzip der Subsidiarität und unterstreicht die Relevanz der Möglichkeit einer Entfaltung der individuellen Fähigkeiten, der Selbstbestimmung und der Selbstverantwortung – sowohl für den einzelnen Menschen, als auch für die Gesellschaft. Im Zentrum der Subsidiarität steht das freie und eigenverantwortliche Individuum. Die Hilfe zur Selbsthilfe hat Vorrang vor der unmittelbaren Aufgabenübernahme durch den Staat – umgekehrt schwächt die Übernahme einer Aufgabe durch den Staat, die subsidiär wahrgenommen werden könnte, den Einzelnen. Als Voraussetzung für subsidiäres Handeln, bedarf es dem Bewusstsein der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten und Vertrauen. Der Mut zur Initiative generiert neue Chancen. Aus diesem Handeln gewinnt der Einzelne u.a. Freiheit, Freude, Selbstbewusstsein, Stolz, Bildung von Fähigkeiten und Persönlichkeit. Die Gesellschaft profitiert von Menschen, die in der Lage sind ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und die Zukunft zu gestalten.

Praktische Möglichkeiten der Subsidiarität wurden durch Projektbeispiele der Referenten illustriert:
Christian Gelleri präsentierte wie sich „Der Chiemgauer“ seit 15 Jahren als Regionalwährung, in Zeiten der Globalisierung, seinen Platz geschaffen hat. Die Regionalwährung hat einen höheren Umlauf als der Euro, verbleibt in der Region und trägt so zu einer höheren Wertschöpfung bei. Regionalwährungen sind in Zeiten von Digitalisierung, globalen Finanzmärkten und kollabierender Schuldgeldsysteme ein erster Keim einer bürgerverantworteten Neugestaltung unserer Gesellschaft.
Die SAMARITA Solidargemeinschaft ist seit 20 Jahren im Gesundheitswesen aktiv und bietet mit ihrer Form der Absicherung eine Alternative zu den beiden in Deutschland bestehenden Krankenversicherungssystemen. Urban Vogel hat die Entwicklung dieser Solidargemeinschaft dargestellt. Im Rahmen des Dachverbandes BASSG sind Einrichtungen verbunden, über die mehr als 7.000 Menschen abgesichert sind. Auch hier entstehen von Bürger gestaltete Formen, die alte Systeme ersetzen. Seit nunmehr 46 Jahren ist DUSCHL Ingenieure ein stabiles, inhabergeführtes Familienunternehmen, in dem das Mitwirken und die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden wesentliche Erfolgsfaktoren darstellen.

Im Anschluss an die Vorträge hat sich eine lebendige Diskussion entwickelt und den interessanten Jahresauftakt der Vortragsreihenveranstaltung abgerundet.

Nächster Termin unserer Vortragsreihe: 11.03.2018
„Digitalisierung und steigende Komplexität“
Referent: Ralf Schneitz, CONVERSANT Germany