Nachbericht Vortragsreihe: „In Zukunft (mit Corona) gut leben?!

Duschl Ingenieure-Vortragsreihe-Nachbericht

„In Zukunft (mit Corona) gut leben?!“
28.01.2021 und 18.02.2021

Referenten
Christian Fuchs, Tobias Winkler, Michael Menzer, Sebastian Edinger, Duschl Ingenieure
Wolfram von Schneyder, VS Consulting Team GmbH, http://www.vscteam.de
Prof. Dr. Johannes Aschaber, TH Rosenheim
Prof. Dr. Harald Krause, TH Rosenheim

Die Duschl Ingenieure haben ihre seit vielen Jahren bewährte Vortragsreihe, mit einem Termin im Januar und einem Zusatztermin im Februar, in einem neuen Format, als Online-Veranstaltung, fortgesetzt: DI-GITAL. Wir haben das Thema „In Zukunft (mit Corona) gut leben?!“ zum Anlass genommen, Experten aus dem Hause Duschl sowie zwei Professoren der TH Rosenheim als Special Guests, zu den Themen Lufthygiene und Digitalisierung berichten zu lassen. Weitere Unterstützung erhielten wir von Herrn Wolfram von Schneyder, einem Profi in Sachen virtueller Veranstaltungen und Workshops. An beiden Veranstaltungsterminen wurden Live-Umfragen gestartet und die Teilnehmer konnten Fragen zu den jeweiligen Schwerpunkten stellen. Die Ergebnisse der Umfragen sowie die Antworten zu den Fragen, sind im Anschluss an diesem Text verlinkt.

Der erste Teil der Veranstaltung galt dem Thema Lufthygiene – Maßnahmen gegen Corona in geschlossenen Räumen.

Michael Menzer und Sebastian Edinger erklärten einige grundlegende Erkenntnisse zur Virusübertragung in Räumen und gaben Einblicke in die technischen Möglichkeiten bei Lüftungsanlagen. Im Anschluss an diesen Vortrag haben Herr Prof. Harald Krause und Herr Prof. Johannes Aschaber Ihre aktuellen Forschungsvorhaben zum Thema Lufthygiene vorgestellt.

Das Virus wird über Flüssigkeits-Tröpfchen im Raum über verschiedene Distanzen verteilt. Daher ist es wichtig verschiedene Übertragungswege auszuschließen. Sowohl Ansteckung über kurze, als auch über lange Distanzen müssen verhindert werden. Kurze Übertragungswege werden durch Barrieren, wie Mund-Nasen-Schutz und Trennwände verhindert oder durch Einhaltung eines Mindestabstands untereinander. Sobald sich Aerosole – virenhaltige Flüssigkeits-Tröpfchen – im Raum verteilen, ist es notwendig, die verbrauchte Luft mit frischer Außenluft zu verdünnen. Durch Verdünnung der Raumluft wir die potentielle Virenlast im Raum gesenkt und eine Ansteckung ist weniger wahrscheinlich.

Luftreiniger reduzieren nur die Virenlast, aber nicht den CO2 – Gehalt. Die wirksamste und effizienteste Lösung sind Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlage), welche die Raumluft ständig erneuern. Durch die gesicherte Zuführung gereinigter Außenluft führt der Betrieb einer RLT-Anlage immer zu einer Verdünnung bzw. Verdrängung möglicher Belastungen und der Virenlast in einem Gebäude.

Die Anhebung der im Winter zu tiefen Luftfeuchtigkeit in den Gebäuden ist ein wirksames Instrument zur Reduktion des Infektionsrisikos.

Lüftungsanlagen im Bestand können mit entsprechender Umrüstung effektiv zur Reduzierung der Virenlast beitragen. Der Umluftbetrieb sollte nach Möglichkeit vermieden werden.
Fensterlüftung ist keine zu empfehlende technische Lösung, da die Frischluftmenge nicht regelbar ist und mit Dauer der Lüftung die Effektivität abnimmt. Faktoren wie Unbehaglichkeit, Lärmeintrag, Wärmeverlust und Effektivitätsunterschiede zwischen Sommer und Winter sprechen ebenfalls klar dagegen.

Durchgeführte Umfragen zum Thema Förderungen zeigten, dass diese bei den meisten Teilnehmern noch nicht bekannt waren. Förderungen können derzeit von folgenden Förderträgern erhalten werden:
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Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
•             Bundesministerium für Umwelt
•             Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Als besonderes Schmanckerl erhielten die Zuhörer Einblicke in aktuelle Forschungsvorhaben der TH Rosenheim. Herr Prof. Johannes Aschaber, vom Studiengang für Energie- und Gebäudetechnologie hat zum Thema „Von guter Luft, CO2-Ampeln, Masken, Luftreinigern und Lüftungsanlagen in Schulen“ berichtet und das dazugehörige Paper sowie Praktische Handlungsempfehlungen vorgestellt. Das vom Rosenheimer Technologiezentrum Energie & Gebäude – roteg“ entwickelte „AirLab – Labor für Raumlufttechnik und Raumklimasysteme“ wurde von Herrn Prof. Harald Krause präsentiert. Die TH Rosenheim lädt am 10. März 2021 ab 15 Uhr zu einem digitalen ScienceLab ein, in dem gezeigt wird, wie ein CO2-Messgerät selbst gebaut werden kann.

Den zweiten Themenschwerpunkt stellten Christan Fuchs und Tobias Winkler vor, Digitalisierung an Schulen:  DigitalPakt – Von der Erstellung des Konzeptes bis zur fertigen Umsetzung.

In der heutigen Zeit – und nicht erst seit Corona – wird das Thema immer mehr zum Mittelpunkt im Alltag von Familien mit Schülern, Auszubildenden und Studenten. Nicht zuletzt betrifft dies im Wesentlichen auch die Lehrkräfte und die Schulämter bzw. Behörden.

Bereits vor der Pandemie wurde das Thema intensiv von der Politik diskutiert und ein Wandel seitens der Bevölkerung gefordert. Eine der Reaktionen auf den geforderten und notwendigen Umbruch stellten bereits erste Vorgaben durch das „Votum 2018“ und Förderprogramme zur Ausstattung von Schulen bzw. Lehreinrichtungen dar. Verstärkt durch die Pandemie, wurden in kurzer Zeit viele Förderprogramme und Hilfsmittel von der Regierung zur Verfügung gestellt, um die zusätzlich entstandenen Herausforderungen meistern zu können und „Home-Schooling“ bzw. Anwesenheits- und Fern-Unterricht, beispielsweise über Videokonferenzen, zu ermöglichen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, als Sachaufwandsträger oder Schule „auf diesen Zug aufzuspringen“ und die Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Den Schwerpunkt des Vortrags legten wir auf den Digital-Pakt, welcher derzeit den größten vorhandenen Fördertopf zu diesen Maßnahmen darstellt.
Im Wesentlichen wurden folgende Bereiche angesprochen:
Die Aufteilung der Fördersumme auf die einzelnen Bundesländer.    
– Die Vorgaben zur Förderung bzw. Teilnahme am Förderprogramm.  
– Der Ablauf zum Antragsverfahren und welche Inhalte zwingend erforderlich sind.

Einer der wichtigsten Teile des Förderantrags ist das Konzept. Hierzu stellten Tobias Winkler und Christian Fuchs vor, wie das Konzept erstellt werden kann und welche Inhalte darin enthalten sein müssen, z.B. derzeitige Ausgangslage der IT-Infrastruktur, Unterrichtskonzept, Ausstattung der Unterrichtsräume = Bestandsaufnahme u.v.a..
Speziell ab diesem Zeitpunkt kann die fachliche Unterstützung empfohlen werden, z.B. durch ein Ingenieurbüro, um schon von Beginn an die richtigen Schlüsse ziehen zu können und die ersten Schritte in die richtige Richtung zu lenken, Stichwort „Nachhaltigkeit“. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der zeitliche Rahmen der beachtet werden muss, z.B. bis wann der Antrag zu dem jeweiligen Förderprogramm zu stellen ist.

Ergänzend zum Digital-Pakt gibt es derzeit laufende Förder-Ergänzungsprogramme als Schnell-Hilfen speziell zur Pandemie, die ebenfalls im Überblick mit den jeweiligen Rahmenbedingungen dargestellt wurden. Fachliche Berater, Planer und Ingenieure können einen wichtigen Beitrag bei der Digitalisierung an Schulen leisten, frei nach dem Motto: „Wehret den Anfängen“.

Wenn Sie noch Fragen zu den beiden Themenbereichen haben, stehen unsere Spezialisten Ihnen gerne zur Verfügung.

Es hat allen Beteiligten viel Freude bereitet, dass unser neues Format DI-GITAL so großes Interesse gefunden hat und bestärkt uns darin, auch dieses Format, neben unserer Vortragsreihe die im Haus stattfindet, in Zukunft weiter zu verfolgen.

Die Ergebnisse Live-Umfragen210128_DI-GITAL_Umfrageergebnisse_Menti und 210218_DI-GITAL_Umfrageergebnisse_Menti

Antworten zu den Fragen während der Veranstaltung: Fragenprotokolle, DI-GITAL