Unser Haus mit Teich

Unser Haus mit Teich

Haus mit Teich HMT - Architektur und Infrastruktur
  • Unser Wohn- und Bürokomplex entstand nach einjähriger Planungsphase am Rande von Rosenheim im Gewerbegebiet Schwaig. Das Münchener Architekturbüro Hirner & Riehl ging als Sieger aus einem 1997 durchgeführten Architektenwettbewerb hervor und setzte sich mit seinem Siegerentwurf gegenüber 30 anderen Wettbewerbsbeiträgen durch.
    Der Wohnbereich mit den über Laubengänge erschlossenen Wohnungen, die sich zum Teil als Maisonetten über zwei Geschosse erstrecken, öffnet sich mit kleinen Hausgärten nach Westen zur Landschaft, während der kammartig gegliederte Bürotrakt nach Osten, zum Gewerbegebiet hin, orientiert ist.

  • Die strenge Lärchenholzverschalung der Fassaden vermittelt dabei zwischen den benachbarten Häusern und der Industriearchitektur des Gewerbegebietes regionale Bautradition.

  • Zwischen den beiden Gebäuden erstreckt sich eine Begegnungszone, die durch Begrünung, eine das Mikroklima regulierende Wasserfläche sowie Sitz- und Spielflächen gegliedert ist. Im Sommer können große Stoffsegel, sogenannte Toldos, als Schattenspender über den gesamten Gemeinschaftsbereich ausgefahren werden. Hier lassen sich prächtig Feste feiern.

  • Eine als Klimapuffer konzipierte Halle erschließt über eine lange „Himmelsleiter“ und die daran angeschlossenen Galerien alle Büros.
Haus mit Teich HMT - Ein ökologischer Meilenstein - Fertigstellung November 1999

Mit der Fertigstellung des „HmT", das „Haus mit Teich", dem Modellbauvorhaben „Leben + Arbeiten in Rosenheim" im November 1999, war eine faszinierende Idee realisiert worden. Die Kombination eines Bürogebäudes mit Wohneinheiten, die flexibel nutzbar sind, ist noch heute richtungsweisend. Bereits kurz nach der Fertigstellung waren Bürogebäude und Wohneinheiten komplett bezogen. Das Bürogebäude wurde zum Bezugszeitpunkt von DUSCHL INGENIEURE und dem Statik-Büro Fichtner & Köppl genutzt. Die Wohneinheiten wurden vorallem von unseren Mitarbeitern und von Studenten, Praktikanten und Diplomanden, die bei DUSCHL INGENIEURE arbeiten und ausgebildet werden, genutzt. Auch eine aufstrebende Internet-Firma hatte sich eingemietet, ein Kompetenzzentrum entstand.

Die Realisierung stellte auch ökologisch einen Meilenstein dar und die Kosten für Investition und Bewirtschaftung des Gebäudes liegen sehr günstig.

Wie in zahlreichen anderen Projekten und Anwendungsgebieten konnten langjährige Erfahrungen in regenerativer und rationeller Energieanwendung bei der technischen Planung von DUSCHL INGENIEURE auch für das eigene Gebäude verwertet werden.

Das Wohngebäude wurde konventionell mit Warmwasser-Flächenheizungen ausgestattet, die vom Blockheizkraftwerk im Bürogebäude versorgt werden. Als Besonderheit wurden die Wohnungen mit dem Bürotrakt datentechnisch vernetzt, um auch hier einen Informationsaustausch zu gewährleisten und eine hohe Nutzungsflexibilität zu erreichen. Im Weiteren konzentriert sich die Beschreibung nun auf das Bürogebäude. Im Inneren ist vieles anders als in anderen Bürogebäuden. So gibt es keine vielschichtigen Bodenaufbauten, Heizkörper, Klima- oder Belüftungsanlagen, stattdessen fallen dem Betrachter unverputzte Betonflächen und viel Holzverarbeitung auf.

Haus mit Teich HMT - Stromerzeugung und Heizung mit Blockheizkraftwerk

Im Keller befinden sich ein Spitzenlastkessel und fünf erdgasbetriebene Kleinblockheizkraftwerke, die je 5 kW elektrische und 12 kW thermische Leistung zur Verfügung stellen. Ein 9,5 m³ großer Pufferspeicher optimiert die Laufzeiten der BHKWs. Durch die kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung werden erhebliche Energiekosten und über 30 % CO2 eingespart und trotz des Preisverfalls auf dem Strommarkt liegt die Amortisationsdauer bei ca. 7 Jahren.

Haus mit Teich HMT - Betonkern- / Speicherkernaktivierung für Heiz- und Kühlfall

Durch die in Decken einbetonierte, mit Wasser gefüllten Leitungen (18 000 m Länge ) kann der Betonkern im Heiz- und im Kühlfall nahezu auf der Raum-Soll-Temperatur gehalten werden, sodass bei Temperaturänderungen im Raum - je nach Belastung - Wärme von diesem Kern abgegeben oder aufgenommen werden kann. Dadurch werden Temperaturausschläge in Grenzen gehalten (Selbstregelungseffekt). Gleichzeitig wird Wärme zwischengespeichert und innerhalb der jeweils verbundenen Bereiche in den Geschoßebenen findet ein Wärmeaustausch statt. Sämtliche Geschoßebenen des Bürogebäudes inklusive der Bodenplatte und der Deckenplatte im 2.OG sind in die Speicherkernaktivierung einbezogen. Separate Heizflächen werden nur in Nebenräumen eingesetzt. So wird zum Einen der Wartungs- und Reinigungsaufwand vermindert und ca.30 m² - entspricht ca. 1,5 % - mehr Hauptnutzfläche gegenüber einer Ausrüstung des Gebäudes mit konventionellen Heizflächen werden zur Verfügung gestellt.

 

Haus mit Teich HMT - Kühlung mit regenerativer Energie

In modernen Bürogebäuden entsteht durch solare Einträge und den konzentrierten Einsatz von elektronischen Geräten ca. 4 - 5 Monate im Jahr ein Wärmeüberschuss. Dieser wird in der Regel über konventionelle Kühlsysteme abgeführt. In diesem Gebäude erfolgt die Kühlung der Büros indirekt mit Grundwasser, sodass auf Kältemaschinen verzichtet werden kann. Das Gebäude steht im Grundwasser, in das über Wasserschleifen in der Bodenplatte die Überschusswärme aus den Zwischendecken abgeführt wird. Die Einsparungen durch Verzicht auf ein separates Lüftungs- und Kühlsystem betrugen bei den Investitionskosten 150 000 Euro und bei den Betriebskosten ca. 8 000 Euro pro Jahr.

Haus mit Teich HMT - temporäre Regenrückhaltung durch begrünte Dächer

Gerade bei Gewitterregenereignissen ist es sinnvoll, das Niederschlagswasser nicht sofort in das schnell überlastete Kanalnetz abzuführen und damit die Leitungssysteme zu überlasten. Durch die extensive Begrünung der Dachflächen wird die Abflußzahl gemäß DIN 1986 „Entwässerungsanlagen" um 50 % (Spitzenabfluß) vermindert. Bezogen auf den Gesamtjahresanfall werden ca. 60 % des Regenwassers durch die Eigendynamik (Humusaufnahme, Verdunstung etc.) gar nicht dem Entwässerungssystem zugeführt. Der Restbetrag wird zum Teil zur Speisung des Teiches und des an der Südseite gelegenen Biotops verwendet.

Haus mit Teich HMT - Schaffung eines angenehmen Kleinklimas

Durch Verdunstung von Wasser bei höheren Außentemperaturen wird ein angenehmes Kleinklima geschaffen. Große offene Wasserflächen und die Pflanzen des Biotops verdunsten das Wasser und bringen einen merkbaren Beitrag zur Behaglichkeit.

Wasserflächen
Süden: 45m2
Westen: 60m2
Teich: 20m2

Haus mit Teich HMT - wirtschaftliche, flexible und erweiterbare Installationssysteme

Alle Installationssysteme sind so ausgelegt, dass sie Ergänzungen und Erweiterungen einfach aufnehmen können, sodass man sich bei der Erstinvestition auf das unbedingt Erforderliche beschränken konnte. Frei zugängliche und sichtbare, industriell gefertigte Installationssysteme an den Decken, Versorgung der Arbeitsplätze von der Decke her über flexibel einsetzbare senkrechte Niederführungen mit sämtlichen Elektro- und EDV-Leitungen, Elektroinstallationssystem (EIB) für Lichtsteuerungen und -Regelungen mit mehreren, programmierbaren Szenarien im Bereich der Konferenzräume, sind eine Auswahl der Besonderheiten des Ingenieurbüros. Die EDV-Verkabelung wird über eine EDV-Zentrale im Erdgeschoss geführt. Die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit wird unterstützt durch den Verzicht auf abgehängte Deckenkonstruktionen.

Haus mit Teich HMT - Optimierung der Bausubstanz

Durch die Vergrößerung des Kellers zwischen den beiden Büroflügeln entstand mit nur geringen Mehrinvestitionen ein zusätzlicher Plotter- und Vervielfältigungsraum mit ca. 100 m² Grundfläche.

Haus mit Teich HMT - Mehr Wert durch Weglassen

Die Kosten für einen mehrschichtigen Bodenaufbau entfielen. Auf eine Trittschalldämmung und Estrich wurde im gesamten Bürogebäude verzichtet, sodass auf den geglätteten Rohbeton nur eine Kunststoffschicht aufgebracht bzw. Teppichboden verlegt wurde. Die außerhalb der Gebäude liegende Tiefgarage und der Keller wurden nicht gesondert abgedichtet, da wasserdichter Beton bei fachgerechter Ausführung wasserdicht ist. Gleichzeitig wurde durch die verstärkten Bodenplatten für die Betonkernaktivierung (2006 m²) der Trittschall optimiert. Die großen, frei zur Verfügung stehenden Boden- und Deckenflächen ermöglichen gute Wärmeübergangswerte für den Heiz- und Kühlbetrieb. In den Einzelbüros wurden die Oberlichtverglasungen mit preisgünstigen Doppelstegplatten aus Plexiglas ausgeführt. Ebenfalls preiswert wurden im Bereich der Eingangshalle Profilbaugläser statt Isolierglasscheiben großflächig eingesetzt.