Energiewende ganz konkret! mit Filmvorführung „Power to change“

Energiewende ganz konkret! mit Filmvorführung „Power to change“
Duschl Ingenieure – Vortragsreihe – Nachbericht


Foto von links nach rechts: Referent Dipl.-Phys. Martin Winter mit Dipl.-Ing. Andreas Duschl

Die Vortragsreihe bei Duschl Ingenieure wird zum Kino.
In Kooperation mit rosolar, dem Rosenheimer Solarförderverein e.V. und der ezro, der Initiative Energiezukunft Rosenheim, bei der die Hochschule Rosenheim als koordinierende Stelle und mit ihrer fachlichen Expertise unterstützend tätig ist, wurde der Vortragsnachmittag gestaltet.
Im ersten Teil wurde der Kinofilm „Power to Change – Die EnergieRebellion“ gezeigt, der den Aufbruch in eine Zukunft zeigt, die ohne fossile und atomare Energieträger auskommt. Der Film hat als Beitrag auf mehreren Filmfestivals teilgenommen und konnte zahlreiche Preise gewinnen. Ein Film der zum Nachdenken anregt.

Nach der Pause stellte Martin Winter die Frage, ob das Energieszenario 100 % erneuerbare Energie im Rosenheimer Land Utopie oder ein realistisches Ziel ist. Nehmen wir Klimaschutz ernst, so darf die Frage nicht lauten, ob eine 100%ige Energiewende möglich ist, sondern wie wir sie umsetzen.

Auf Basis einer Studie von Prof. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, hat Martin Winter die in der Studie ermittelten Daten als Annäherung auf das Rosenheimer Land heruntergebrochen und die Ergebnisse dargestellt.
Betrachtet man die Beschlüsse des Parisers Klimaabkommens, kann festgestellt werden, dass bedauerlicherweise bis jetzt von Seiten der Bundesregierung elementare Anstöße fehlen, um diese Beschlüsse umzusetzen. Würde zukünftig im gleichen Tempo an der Umsetzung der Klimaziele weitergearbeitet, dauert es nach heutigem Stand mehr als 100 Jahre, bis die vereinbarten Ziele erreicht wären. Hier besteht Handlungsbedarf.

Die heutige Situation hinsichtlich der regenerativen Energieversorgung im Rosenheimer Land zeigt, dass die Bereiche Wasserkraft und Biomasse bei der Umsetzung schon eine tragende Rolle spielen, im Bereich Solarstrom bestehen noch erhebliche Ausbaumöglichkeiten, die Windkraft spielt bei diesem Szenario bisher keine Rolle, darf aber für die Zukunft nicht vernachlässigt werden.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die vorgestellte Studie lediglich einen Rahmen für mögliche Zukunftsszenarien aufzeigt und nicht als Planungsgrundlage dienen kann.
Es ist wichtig, sich weitere Innovationsmöglichkeiten offen zu halten und andere Möglichkeiten wie z.B. Geothermie in die Planungen einzubeziehen. Das Szenario, dass zukünftig nur noch Elektrofahrzeuge unterwegs sein werden, wurde von den Teilnehmern als nicht vorstellbar angesehen. Es wird eine Mischung verschiedener Antriebsmöglichkeiten notwendig sein.
Ebenso wurde der Bereich der effizienten Energienutzung als ein wesentlicher Faktor für die weitere Entwicklung angesehen. Wo kann Energie gespart werden und kann es uns dadurch evtl. auch besser gehen?

Ein spannender Nachmittag mit einer interessanten Diskussionsrunde, bei der aber noch keine abschließenden Lösungen für die komplexe und wichtige Thematik präsentiert werden konnte.
Wir dürfen gespannt sein, wie sich dieser wichtige Sektor in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird, es ist für uns alle von essentieller Bedeutung.