Nachbericht zur Duschl Vortragsreihe am 07.05.2025 – Krisenvorsorge gegen Ausfälle von Kritischer Infrastruktur

„Krisenvorsorge gegen Ausfälle von Kritischer Infrastruktur – Warum wir die Folgen eines möglichen Blackouts unterschätzen und wie wir uns darauf effektiv vorbereiten können“Foto: Herbert Saurugg und Andreas Duschl

Foto: Herbert Saurugg und Andreas Duschl

„Krisenvorsorge gegen Ausfälle von Kritischer Infrastruktur – Warum wir die Folgen eines möglichen Blackouts unterschätzen und wie wir uns darauf effektiv vorbereiten können“

Referent:
Herbert Saurugg, internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, Präsident der Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV), www.saurugg.net

Ein plötzlicher, flächendeckender Stromausfall – das sogenannte Blackout – ist längst kein theoretisches Extremszenario mehr. In einer hochvernetzten und komplexen Welt wächst das Risiko systemischer Ausfälle kritischer Infrastrukturen. Mit dieser brisanten Thematik beschäftigte sich die Duschl Ingenieure Vortragsreihe am 7. Mai 2025. Zu Gast war Herbert Saurugg, ein international gefragter Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, der den Zuhörer*innen eindrucksvoll die unterschätzte Gefahr und ihre weitreichenden Folgen vor Augen führte.

Saurugg machte anhand aktueller Vorfälle und statistischer Auswertungen deutlich: Die Gesellschaft und die meisten Organisationen sind auf einen überregionalen, länger andauernden Strom- und Versorgungsausfall nicht vorbereitet. „Das Verständnis für die Details ergibt sich stets aus der Kenntnis des Ganzen“, so Saurugg zu Beginn. Ein Stromausfall von mehreren Tagen hätte gravierende Auswirkungen auf Telekommunikation, Trinkwasserversorgung, Logistik- und Lieferketten – selbst wenn das Stromnetz kurzfristig wieder angefahren werden kann, wären wochenlange Versorgungsengpässe zu erwarten.

Er betonte besonders die transnationale Verflechtung unserer Systeme, die einen Ausfall zur Herausforderung für ganz Europa machen. Selbst die organisierte Hilfe könnte dabei nur eingeschränkt handeln – lokale Selbstorganisation und klare, dezentrale Kommunikationspläne gewinnen an Bedeutung. Saurugg zeigte anhand der sogenannten „Truthahn-Illusion“ auf, dass das bisherige Ausbleiben eines großen Blackouts kein Garant für zukünftige Sicherheit ist.

Die praktischen Empfehlungen des Referenten gingen weit über die reine Planung hinaus: „Vorsorge muss in den Köpfen der Beteiligten existieren“, forderte Saurugg. Er erläuterte, wie eine individualisierte Eigenbevorratung für mindestens 14 Tage, inselbetriebsfähige PV-Anlagen sowie die Definition von Offline-Plänen und Alarmierungsketten für Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen zur Basis einer wirksamen Krisenresilienz gehören. Die Teilnehmer erhielten konkrete Hinweise, wie kritische Ressourcen und Prozesse – von Treibstoff über Schlüsselpersonal bis zum Notbetrieb von IT und Kommunikationssystemen – identifiziert und dokumentiert werden können. „Üben, üben, üben“, so das zentrale Motto zur regelmäßigen Krisensimulation.

In der anschließenden Diskussion standen insbesondere die psychosozialen Folgen eines Blackouts, die Herausforderungen von Kommunikation ohne digitale Netzwerke und die Integration dezentraler funktionaler Einheiten (Familie, Betrieb, Kommune) im Fokus. Saurugg appellierte an die gesellschaftliche Verantwortung aller Beteiligten und warnte eindringlich davor, nur mit „gestern gültiger Logik“ auf die Herausforderung von morgen zu reagieren.

Der Vortrag zeigte eindrucksvoll: Krisenvorsorge ist heute keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Die systemische Betrachtung und das Einüben von Notfallplänen sind der Schlüssel, um Logistik, Versorgung und gesellschaftlichen Zusammenhalt auch in turbulenten Zeiten zu sichern.

 

Die nächsten Termine und Themen unserer Vortragsreihe stehen bereits fest. Weitere Infos finden Sie auf unserer Homepage: https://duschl.de/news-vortraege/