Sich und andere gesund führen

Sich und andere gesund führen
Duschl Ingenieure – Vortragsreihe – Nachbericht

Referent: Hr. Martin Heyn, Leitung Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung
im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit


Foto v.l.n.r. Martin Heyn, Kerstin Swoboda, Andreas Duschl

Lebensqualität und Gesundheit sind die wichtigsten Zukunftsreserven.
Die Bedingungen unserer Arbeits- und Lebenswelten haben sich in den vergangenen Jahren zusehends verändert. Dies zeigt sich durch neue Arbeits- und Organisationsformen, es wird eine hohe Mobilität bzgl. Raum und Zeit gefordert, soziale Systeme und Strukturen zeigen sich mitunter „destabilisiert“, feste Zeitmuster fallen weg. Die heutigen Zeit-Trends spiegeln eine Non-Stop-Aktivität mit zunehmender Verdichtung wider, d.h. „Nur aktive Zeiten sind gute Zeiten“, zudem „alles gleichzeitig und zwar sofort“.
Die Folge, die psychische Gesundheit von Mitarbeitenden gerät immer mehr in den Fokus. Psychische Erkrankungen sind, nach denen des Muskel-Skelett-Apparates, die zweithäufigste Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit.
Herr Heyn hat in seinem sehr anschaulichen, mit vielen Beispielen bereicherten Vortrag Hintergründe dieser Entwicklung aufgezeigt und sogleich dargestellt, wie wichtig ein waches Bewusstsein für diese Zusammenhänge ist und der Gesundheiterhaltung einen hohen Stellenwert beim alltäglichen Tun einzuräumen. Hierbei richtet sich sein Vortag an Führungskräfte in Unternehmen als auch an die Mitarbeitenden selbst. Das Bayerische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung mit seinen vielfältigen Aufgabenbereichen, dessen Leiter Herr Heyn ist, richtet bei vielen seiner Tätigkeiten ein Augenmerk auf den salutogenetischen Ansatz: anregen und fördern statt verbieten, ein wichtiger Pfeiler kann Inspiration sein, Motivation und Humor unterstützen und verfestigen dies. Dieser Ansatz kann zur Nachahmung empfohlen werden.

Mit den Gedanken, dass Leben gesundheitsförderlich auszurichten, hat man sich auch schon vor fast zweitausend Jahren beschäftigt.
Es geht nicht nur darum aktiv zu werden und Handlungen zu generieren, sondern die eigene Haltung zur Gesundheitsförderung ist wesentlich. Herr Heyn zeigt mögliche Ursachen für persönliche Belastungen auf, stellt die Frage nach der Work-Life-Balance, erklärt das Schlagwort „Burnout“ und beschreibt dessen unterschiedlichen Zyklen der Entstehung, mit möglichen Auswirkungen auf Körper, Verhalten und Gefühl. Wichtige Faktoren um die eigene Gesunderhaltung zu stärken, sind das Vorhandensein von Lebenszielen, Situationstoleranz, eine gewisse Souveränität über die eigene Zeit, eigenbestimmtes Handeln, Ausgeglichen- und Zufriedenheit sowie ein guter Umgang mit Stress. Wie beantwortet jeder die Frage für sich: „Kann man auch mal „nix“ machen?“

Einem wesentlichen Teil des Vortrags widmet Herr Heyn dem Konzept der Salutogenese nach Aaron Antonovsky. Salutogenese bedeutet wörtlich „Gesundheitsentstehung“ und wird von Antonovsky als dynamischer Prozess verstanden. Das Kohärenzgefühl, hierunter versteht man das Gefühl von Stimmigkeit, wird als entscheidende Variable betrachtet, um auch bei Krisen und Herausforderungen gesund zu bleiben.

An diesem Punkt kann Führung ansetzen und eingebunden werden, so dass die Organisationsstruktur im Unternehmen gesundheitsgerecht und partizipativ gestaltet wird. Gesundheitsthemen sollten Bestandteil des  Führungs- und Managementprozesses sein.

Hierzu gehört auch, Mitarbeiter zu loben. Wird ein richtiges, ehrliches Lob ausgesprochen, wirkt dies wie ein Aufputschmittel für die Mitarbeitenden. Einfach und sehr wirkungsvoll.

Vielen Dank an Herrn Heyn für seinen sehr informativen und inspirierenden Vortrag, um das Bewusstsein zu schärfen, der Gesundheitsförderung einen hohen Stellenwert einzuräumen und im Interesse der eigenen Gesundheit und Wohlbefindens beständig dran zu arbeiten.

Nächster Termin unserer Vortragsreihe: 09.11.2017
„Wirksame Kommunikation“
Referenten:
Christina Lieb, MANEMO eG
Alexander von Schneyder, DUSCHL INGENIEURE