Flexibilisierung in der Arbeitswelt

Duschl Ingenieure – Vortragsreihe – Nachbericht

Flexibilisierung in der Arbeitswelt

Referentinnen: Dr. Barbara Heiden und PD Dr. Britta Herbig


Foto v.l.n.r. Andreas Duschl, PD Dr. Britta Herbig, Dr. Barbara Heiden, Kerstin Swoboda

Mit dem spannenden und aktuellen Thema „Der Arbeitnehmer von heute – flexibel und kreativ“ begeisterten Frau Dr. Herbig und Frau Dr. Heiden Ihre Zuhörer.

Frau Dr. Herbig vermittelte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zunächst einen Überblick über wichtige Aspekte der Arbeitsgestaltung aus arbeitspsychologischer Sicht. An praktischen Beispielen wurde verdeutlicht, welche Kernmerkmale von Arbeit positive Effekte haben und welche sich potenziell eher negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten auswirken.

So steigern beispielsweise Anforderungsvielfalt, Ganzheitlichkeit und Bedeutsamkeit der Arbeitsaufgabe, ein autonomes Arbeiten und Rückmeldung zu den Arbeitsergebnissen die Motivation, und damit auch die Arbeitsleistung und die Arbeitszufriedenheit.

Widersprüchliche Arbeitsanforderungen und Zielkonflikte ebenso wie erlebte Ungerechtigkeit oder ein empfundenes Ungleichgewicht zwischen Verausgabung und Belohnung können hingegen das Risiko psychischer, aber auch körperlicher Erkrankungen erhöhen.

Ressourcen, wie die soziale Unterstützung durch Kollegen und Chefs, oder auch das Feedback über die eigene Arbeitsleistung können sowohl helfen, hohe Anforderungen zu bewältigen als auch mit Stressoren besser umzugehen.

Das Ziel einer gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung ist es daher, Stressoren abzubauen und Ressourcen zu stärken.

Diese allgemeinen arbeitspsychologischen Gesichtspunkte wurden im Folgende durch Details zu zwei speziellen Anforderungsformen ergänzt: Flexibilität und Kreativität. Zu jedem Thema wurden Studienergebnisse vorgestellt.

Frau Dr. Heiden berichtete über die Studie FlexA „Flexibilisierung, Erreichbarkeit und Entgrenzung in der Arbeitswelt“, die sich mit neuen Formen der Flexibilisierung durch die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigt. Durch die Technik können viele Beschäftigte heute beinahe von überall und jederzeit arbeiten.

Diese flexiblen Arbeitsformen ermöglichen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Beschäftigte berichten über eine höhere Arbeitszufriedenheit und auch positive Auswirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit konnten gezeigt werden. Gleichzeitig besteht das Risiko der Selbstüberforderung. Unterbrechungen der Freizeit durch Dienstliches stören zudem die Erholung, was sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann.

An der Studie haben sich 10 kleine und mittlere Betriebe beteiligt. Es wurde eine Beschäftigtenbefragung durchgeführt. Im Anschluss wurden in den Unternehmen in Workshops mit den Beschäftigten Optimierungsansätze diskutiert. Einzelne Maßnahmen wurden in den Unternehmen umgesetzt. Anhand einer zweiten Befragung wird aktuell die Wirkung geprüft. Erste Ergebnisse der Studie zeigen, dass auch bei diesem Thema die zentralen Arbeitsgestaltungselemente eine wichtige Rolle spielen. Im Vordergrund stehen hier vor allem, die Autonomie der Beschäftigten bei der (Aus-)Gestaltung ihrer Arbeit sowie das erlebte Gleichgewicht zwischen dem eigenen Engagement und der Anerkennung des Unternehmens. Grundsätzlich sollten Unternehmen das Thema aktiv aufgreifen und mit den Beschäftigten diskutieren, um tragfähige Regelungen und Vereinbarungen für diese Arbeitsformen zu entwickeln.

Zum Ende wurde uns die spannende Studie „CreateHealth“ von Fr. Dr. Herbig vorgestellt:

Kreativität wird definiert als „Generierung neuartiger (nützlicher) Ideen“.

Die Ergebnisse dieser Studie haben deutlich gemacht, dass es sich bei Kreativität um keine „im Erbgut verankerte“ Eigenschaft handelt. Vielmehr kann Kreativität trainiert werden. Mit speziellen Trainings, die Kreativitätstechniken vermittelten und diese dann auf Probleme der Arbeitssituation anwendeten, konnte die Kreativität und Gesundheit der Mitarbeiter gefördert werden. Es konnte gezeigt werden, dass die Arbeitsbedingungen einen wesentlichen Anteil daran haben, ob Menschen ihr kreatives Potenzial entfalten können oder nicht. Die Merkmale, die dazu beitragen, entsprechen großteilig denen, die auch für eine gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung wesentlich sind.

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Nächster Termin unserer Vortragsreihe am 03.12.2015

GSM / UMTS / LTE – Inhouse – Versorgung

Referenten: Markus Weinhold (DUSCHL INGENIEURE) und

Christian Wagner (KATHREIN-Werke KG)