
Mit virtuellen Prototypen zum besten Trade-off
Ingenieurprojekte bewegen sich in einem zunehmenden Spannungsfeld. Während etablierte Prozesse wie das V-Modell es erlauben, beliebig große, aber nicht komplexe Systeme zu entwickeln, beherrschen agile Ansätze wie Scrum zwar Komplexität, stoßen bei Großprojekten – speziell, wenn Hardware und Mechanik im Spiel sind – jedoch an systemische Grenzen. Technologiezyklen werden immer kürzer, nehmen uns die Erfahrung und steigern die Unsicherheit. Gleichzeitig müssen wir Fehlentscheidungen – vor allem in frühen Projektphasen – vermeiden, denn sie verursachen aufgrund der „Rule of Ten“ exponentiell steigende Kosten. Wie sollen wir damit umgehen?
Die Antwort liegt in einem konsequenten, risiko-minimierten Frontloading. Der Vortrag stellt anhand des Cynefin-Frameworks ein entsprechendes, problem-angepasstes Vorgehen vor und bricht radikal mit dem Dogma des physischen „Trial and Error“. Im Zentrum steht die „Hyper Space Exploration“ (HSE). Dieser methodische Ansatz fusioniert systematische Konzeptstudien mit dem virtuellen Prototyping cyber-physikalischer Systeme.
Wie dieser entscheidende Schritt in der Praxis gelingt, demonstriert der Vortrag am realen Beispiel eines Automotive-Erstserienprojekts.
Erfahren Sie, wie ein multidimensionaler Lösungsraum komplett virtuell aufgebaut und untersucht wurde, um anstatt der erstbesten die beste Entscheidung zu treffen. Das Ergebnis: eine zielgerichtete Systemarchitektur als optimaler Trade-off – lange vor dem ersten physischen Prototypen.
Referent:
Prof. Dr. Herbert Palm
University of Applied Sciences –
Hochschule München
https://hm.edu

